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Geschichte

Der Name Susch 

IMG_3561_cms_thumb.jpg Der Name Susch wird bereits im Jahre 1161 urkundlich erstmals erwähnt. Frühgeschichtliche Wohnspuren lassen jedoch auf viel frühere Besiedlung schliessen und ein am Flüelapass gefundener bronzener Schwert deutet darauf hin, das dieser Übergang ebenfalls schon früh begangen wurde. Schliesslich fand man im 15./16. Jahrhundert sogar römische Münzen in einem Acker.

Wie an anderen Orten im Engadin haben Bewohner in füheren Jahrhunderten vor allem von der Land- und Alpwirtschaft gelebt. Mit dem aufkommenden Verkehr hat jedoch der Flüelapass, besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bis nach der Jahrhundertwende, das Leben in Susch sowohl in wirtschaftlicher wie in sozialer Hinsicht stark geprägt und verändert. So wandten sich viele Landwirte von der traditionellen Landwirtschaft ab und widmeten sich haupt- oder nebenberuflich der Fuhrhalterei und der Pferdehaltung.
 

Flüelapassstrasse

_MG_3407_cms_thumb.jpg Susch war seit dem Ausbau der Flüelapassstrasse (1866-68) Umschlagplatz und Pferdewechselstelle der Pferdepost (180-200 Pferde). Infolgedessen blühte das damit verbundene Handwerk für Schmiede, Sattler und Wagner. Aber auch Kutscher und Säumer, Fuhrleute, Wegmacher und Ruttner fanden hier ihr Einkommen.

Die relativ grosse Anzahl an Hotels und Wirtshäusern ist eine Folge dieser Blütezeit. Die Inbetriebnahme der Bahnlinie Bever-Scuol im Jahre 1913 setzte diesem knapp 50-jährigen Aufblühen ein jähes Ende und der Flüelapass verfiel in einen längeren Dornröschenschlaf. Auch der grosse Dorfbrand im Jahre 1925 trug das seinige zur weiteren Abwanderung und Entvölkerung bei, welche erst um 1950 stagnierte.
 

Individualverkehrs

_MG_6742_cms_thumb.jpg Mit dem steigenden Aufkommen des motorisierten Individualverkehrs ist Susch ein Passdorf geblieben und wird auch Heute wieder vom Verkehr geprägt. Allerdings bringt dieser nicht unbedingt eine Wiederholung des letztmaligen Aufschwunges. Eine gewisse Parallele ist jedoch auch bei der Eröffnung der Vereinalinie doch eingetreten. Der Flüelapass ist jetzt wieder während der Wintermonate geschlossen. Der Verkehr konzentriert sich wieder auf die Eisenbahn und der rollenden Strasse durch den Vereinatunnel mit dem Verladebahnhof Sagliains, der übrigens auch auf suscher Gemeindegebiet steht.

Die erwähnte wirtschaftlich soziale Entwicklung hat vermutlich verhindert, das Suscher in Scharen und gezielt auswanderten, um in fremden Ländern ihr Einkommen als Zuckerbäcker und dergleichen zu suchen, wie das bei anderen Talgemeinden der Fall war. Statt dessen hat Susch aber viele Lehrer, Pfarrer und Gelehrte hervorgebracht, darunter den berühmten Reformator und Historiker Duri Chiampell (1504-1582).

 


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